Mein neues Hymer Wohnmobil


Mein neues Hymer Wohnmobil

Wie ich zu meinem neuen Wohnmobil Hymer B594 4,25 to kam, habe ich ja schon geschildert. Hier nun ein paar Überlegungen, die mich zu diesem Wechsel bewogen.

Der Hymer Eriba Jet wird zwar auch bei Hymer in Bad Waldsee gebaut, aber nur für den französischen Markt zu einem günstigeren Preis als die Hymer Modelle. Die Qualität ist sicher nicht schlechter, nein, die Qualität ist gut, aber wenn bei den Hymer-Modellen überall noch ein Tick mehr gemacht wird, fehlt dieser letzte Tick bei den Hymer Eriba-Modellen.

Welche Punkte sind entscheidend?

Ich habe diesen Punkt zuerst erwähnt, weil er in meinem Entscheid keine Rolle gespielt hatte. Man kann sehr gut ohne die letzten Ticks leben. Ausschlaggebend für den Wechsel waren wichtigere Punkte: der Eriba-Jet ist 7,48 Meter lang, dazu addiert sich der Fahrradträger mit nochmal knapp 50 Zentimetern, sodass man auf fast 8 Meter Länge kommt. Mit dem gleich langen Fahrgestell! Das gibt einen recht grossen Überhang hinten, mit dem ich ein paarmal knapp hängen geblieben bin. Knapp heisst, die Schäden waren noch leicht reparierbar.

Der Hymer B594 ist 7 Meter lang, hat aber einen so grossen Kofferraum, dass man 2 Fahrräder gut darin unterbringen kann. Mit anderen Worten, sein Überhang ist fast einen Meter kürzer und das ist ein Wort.

Kofferrraum Hymer B 594

Kofferrraum Hymer B 594

Dazu kommt, dass der Transport von Fahrrädern ausserhalb des Fahrzeugs nicht ideal ist. Das Diebstahlrisiko ist immer präsent. In Marokko konnte ich den Diebstahl eines Nachts nur verhindern, weil der ungeschickte Dieb sich durch Rütteln bemerkbar machte und ich ihn in die Flucht schlagen konnte. Und auf der Reise ins Baltikum wurden wir z.B. gewarnt, wir sollten in Riga besser auf einem Campingplatz übernachten, weil Fahrräder am Heck von Wohnmobilen in Riga gefährdet seien. Noch wichtiger sind die recht kostspieligen Schäden, die am Elektromotor eines E-Bikes entstehen. Die Reparaturwerkstätte erklärte mir, dass der Wasserdruck hinter einem Wohnmobil auf der Autobahn bei 100 km/h und Regen dem vollen Druckstrahl eines Kärchers voll auf den Motor entspreche.

Abhilfe brachte dann eine neue Blache, die die Fahrräder voll, also auch von unten, umhüllt. Aber das Ein- und Auspacken aus einer solchen Blache, die verschmutzt und unter Umständen noch nass ist, ist wirklich kein Vergnügen. Die Aussicht, das Fahrrad in Zukunft trocken und sauber aus dem Kofferraum zu holen, war also recht verlockend.

Natürlich wird die kürzere Länge des Hymer B 594 durch etwas erkauft. Statt dem luxuriösen Kingsize-Mittelbett im Eriba Jet hat der B594 ein Querbett. Die restliche Inneneinteilung ist exakt gleich. Also keine Abstriche in der Grösse des Wohnraums, der Dusche oder des WC’s. Ein Mittelbett hat den Vorteil, dass niemand über den anderen klettern muss, wenn er aus dem Bett steigen will. Da ich alleine reise, spielte dieser Vorteil bei meinem Entscheid keine Rolle.

Die wichtigsten Details

Dafür kommen nun aber die Ticks ins Spiel: das mir angebotene Modell hat einige Optionen, die ich, so kalkulierte ich, bei der Preisdifferenz, die mir verlangt wurde, praktisch gratis dazu bekam.

  • Das Fahrgestell ist nicht ein verbreitertes Fiatfahrgestell, sondern das viel höherwertige von ALKO mit den Drehstabfedern. Das hat zwar auch einen Nachteil: es muss alle 10’000 km abgeschmiert werden. Aber das ist akzeptierbar. Dazu sind serienmässig die stärkeren Goldschmitt-Federn vorne verbaut.
  • Der Wassertank fasst 120 Liter statt 100
  • Das Fahrzeug ist mit einer Klimaautomatik und mit Airbags, die beim Eriba Jet fehlten, ausgerüstet.
  • Es verfügt über einen grösseren Kühlschrank, das Gefrierfach ist gleich gross, aber darüber steht mir jetzt zusätzlich ein Backofen mit integriertem Grill zur Verfügung.
  • Unter der Fahrertüre fährt automatisch eine Trittstufe aus, sobald sie geöffnet wird. Im Eriba Jet musste ich eine herausfordernde Höhe überwinden.
  • Das Fahrzeug verfügt über das “Heavy-Fahrgestell”, das eine Zuladung von 900 kg erlaubt. Zusätzlich hat es die grösseren 16″ Räder. Die Verbesserung in der Strassenlage gegenüber dem Eriba-Jet ist frappierend.
  • Der grosse Kofferraum lässt sich in einen echten Schrankraum ausbauen, der die vielen Dinge jetzt übersichtlich aufnehmen kann, die ein Nomade, der ganzjährig im Wohnmobil lebt, täglich braucht. Im Eriba Jet musste ich oft den halben Kofferraum ausräumen, bevor ich an das Gesuchte abtauchen konnte.
  • Der Ausbau ist in vielen Details höherwertig, was, wie erwähnt, nicht ausschlaggebend war, das aber gerne akzeptiert wird.
  • Gewisse Aggregate, die im Eriba Jet unter den Möbeln verbaut sind und einen grösseren Aufwand bei Reparaturen verursachen, sind beim Hymer B 594 durch Aussenklappen leicht zugänglich.

Finanziell ein tolles Angebot

Neben diesen Punkten spielte ein finanzieller Aspekte eine grosse Rolle. Mit dem Eriba Jet war ich 88’000 km gefahren, während der Hymer B 594 nur 33’000 km gefahren war. Ich rechnete den Preis pro Kilometer aus, die mich die gefahrenen 55’000 km kosten würden und kam zum Resultat, dass ich solch billige Kilometer so bald nicht mehr kaufen könne. Noch ein paar Quervergleiche im Internet mit Preisen, die in Deutschland für das gleiche Modell in ähnlich gebrauchtem Zustand verlangt werden und mein Entscheid war gefällt.

Wo ist der Pferdefuss?

Klar, dass bei einem solch vorteilhaften Angebot die Frage nach versteckten Mängeln auftaucht. Der Händler ist keine Hinterhoffirma, sondern ein renommierte Firma mit sieben Niederlassungen in Südfrankreich. Man versicherte mir, man kenne keine versteckten Mängel und bot mir eine neunmonatige Garantie als Sicherheit an. Erstaunlicherweise ist die Garantie recht umfassend, bezieht sich sogar auf gewisse Teile des Motors und des Getriebes, die ich bei anderen Garantien ausgeschlossen gefunden hatte. Ich kann mir den vorteilhaften Preis nur mit dem allgemein niedrigeren Preisniveau im südlichsten Teil Südfrankreichs erklären.

Bisher habe ich auf meiner Reise an die Algarve nichts Negatives feststellen können. Sogar betreffend höheren Verbrauchs wegen des höheren Gewichts wurde ich positiv überrascht. Statt der 12 Liter pro 100 km, mit denen ich insgeheim gerechnet hatte, kam ich bei den ersten zwei Kontrollen, die ich bisher machen konnte, auf 10 Liter pro 100 km. Das ist der gleiche Verbrauch wie beim Eriba Jet. Allerdings habe ich ja bisher nur grosse Strecken auf autobahnähnlichen Strassen zurückgelegt.

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