Tarifa, der südlichste Punkt Europas und windsicher


Tarifa, windsicher und eine hübsche Altstadt

Wenn man sich Tarifa nähert, fallen zwei Dinge auf: jede Menge Windräder und Kite-Surfer. Der Wind hier in Tarifa am südlichsten Punkt Europas weht zuverlässig durch die Strasse von Gibraltar. Stiere ruhen friedlich in tollem Blau, gezähmt von undurchdringbaren Kaktushecken.

Tarifa Windgegend

Tarifa Windgegend

Tarifa Kitesurf

Tarifa Kitesurf

Tarifa muselmanisch geprägt

Die Altstadt von Tarifa ist muselmanisch geprägt. Wo sie anfängt, ist klar gekennzeichnet mit einem Stadttor. Dahinter schöne Häuser, sie sind modernisiert. Aber die schmalen Gässchen, durch die damals ja nur ein Esel passen musste, sind geblieben.

Tarifa Eingang zur Altstadt Tarifa

Tarifa Eingang zur Altstadt Tarifa

Tarifa maurische Gässchen

Tarifa maurische Gässchen

Eine einzige Schneise hat man durch die eng gedrängten Häuser geschlagen, um eine breitere Strasse quer durch die Altstadt Tarifas zu bauen. Anders wäre die Versorgung schwierig geworden. Gleichzeitig hat man den Platz für die zentrale Kirche geschaffen, die eine ungewohnte Deckenstruktur aufweist.

Tarifa Kirche

Tarifa Kirche

Tarifa Kirche siehe Decke

Tarifa Kirche siehe Decke

Sympatisch in der Altstadt von Tarifa ist, dass in den schmalen Gässchen nach jeder Biegung sich ein kleiner, aber gemütlicher Platz auftut.

Tarifa öffnet sich auf Platz

Tarifa öffnet sich auf Platz

Tarifa Markthalle

Tarifa Markthalle

Whalewatching in Tarifa

Auf der Höhe von Tarifa treffen der Atlantik und das Mittelmeer aufeinander. Es scheint dies ein Anziehungspunkt für Wale und Delphine zu sein. Es gibt zahlreiche Stände, die Whalewatching anbieten und garantieren, dass man Tiere sieht ohne sie zu stören.

Delphine

Delphine

Whalewatching

Whalewatching

Von Tarifa aus geht ein Schnellboot nach Tanger, in ein paar Minuten ist man drüben. Die Meerenge ist wirklich eng. 18 Kilometer, hat man mir gesagt. Man müsste es eigentlich schwimmen können, aber die Strömungen sind offenbar sehr stark. Die Säulen des Herkules, hier sind sie irgendwo. Dass es hier vor Millionen von Jahren einmal einen Dammbruch gegeben hat und es mehr als 100 Jahre gedauert hat, bis das Becken des Mittelmeers, das sich gesenkt hatte, aus dem Atlantik vollgelaufen war: solche Gedanken lassen Erfurcht vor der Natur wach werden.

Marokko grad gegenüber

Marokko ist nur ein paar Kilometer entfernt, das beeindruckt. Denn ich bin weiter Richtung Algeciras gefahren und habe einen tollen Schlafplatz direkt unten an der Küste gefunden. Kurz vor Algeciras zweigt eine Stichstrasse ab Richtung Punta del Carnero. Quer gegenüber Marokko, links die Bucht von Gibraltar. Allerdings sieht man den Felsen von hier aus nicht mehr, Punta del Carnero liegt um eine Felsklippe herum, die die Sicht versperrt.

Sicht von Punta del Carnero nach Marokko

Sicht von Punta del Carnero nach Marokko

Aber noch eindrücklicher wird es nachts, wenn die Lichter auf der Gegenseite angehen. Mit völliger offener Blende und einer Belichtungszeit von zwei Minuten konnte ich diese Bilder gegen 23.00 Uhr schiessen.

Marokko nachts

Marokko nachts

Marokko von Punta del Carnero

Marokko von Punta del Carnero

Ins steuerfreie Gibraltar

Der nächste Morgen ist noch trüber als die letzen drei Morgen und die Temperatur in der Frühe ist auf ungewohnte 17° Celsius gefallen. Gibraltar ist keine 30 Km entfernt und es gibt zwei gute Gründe, einen Abstecher dorthin zu machen: mein Tank ist fast leer und mein Whiskeyvorrat neigt sich dem Ende zu. Bei San Roque biege ich also die Stichstrasse nach Campamento ab und präsentiere mich beim Zoll vor Gibraltar. Die englische Customs-Dame verlangt nur meinen Pass und schon bin ich drüben. Eine Tankstelle reiht sich an die andere, die Preise sind günstig und an allen Tankstellen gleich. Sie sind in £ und € angeschrieben. Dann weiter, Gibraltar ist eng, ich folge einem portugiesischen Ausflugsbus, der wird ja wohl wissen, wo er sich hinstellen kann, um seine Ladung Touristen auf Gibraltar los zu lassen. Auf dem Weg dorthin sehe ich einen grosszügigen Parkplatz von Morrisons und biege dort ein.

Toll, ich muss eventuell nicht mal in die enge Stadt zu meinem normalen Laden laufen. Denn ich finde tatsächlich Ardbeg und Napoléon. In einem Wohnmobil kann man viel verstauen, das wissen vermutlich die spanischen Zöllner auf meinem Rückweg. Sie fragen nicht einmal, ob ich etwas zu verzollen hätte. Vielleicht war es ihnen auch zu nass, denn es wurde noch dunkler und der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet. Es regnete in solchen Strömen, dass der Scheibenwischer den Schnellgang einstellte. Leider sind die Bilder von Gibraltar nichts geworden. Ich hatte vergessen, die langen Belichtungszeiten vom Vorabend wieder zurückzustellen. Das merkte ich erst, als alle Bilder nur weiss waren. Shit happens.

Ich wollte die A383 nehmen, aber die ist mit Barrieren gesperrt. So muss ich die ungefähr 8 km nach San Roque fast zurück, um wieder auf die A7 zu gelangen. Die spanischen Strassen sind manchmal nicht optimal auf Wasserablauf gebaut. Es gibt Stellen, da weiss man nicht, was sich unter dem Teich befindet, durch den man fahren soll.

Jetzt muss ich wirklich nach Malaga rasen, um meinen Flug zu erwischen. Der ist ja komplizierter, also ich gedacht hatte. Ich werde zuerst nach Lissabon gekarrt und erst von da gehts dann weiter nach Praia.

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