Antequera, Weltkulturerbe seit 2016


2017-05-17

Antequera, 2016 zum Weltkulturerbe erklärt, liegt Luftlinie nur etwa 30 km von El Chorro entfernt, aber man muss um den Bergrücken und dann um die Stausseen in der Hochebene herumfahren, was die Anzahl Kilometer mindestens verdreifacht.

Die Hochebene ist fruchtbar und wasserreich, man fährt durch üppige Getreidefelder. Eine Abzweigung geht nach Ronda, das mich vor zwei Jahren so beeindruckt hat.

Üppige Getreidefelder

Üppige Getreidefelder

Ich komme von Norden, fahre quer durch die Stadt eine schöne angelegte Allée entlang und finde auf der anderen Seite von Antequera einen Parkplatz, von dem aus man in etwa zehn Minuten im hochliegenden Stadtzentrum ist. Von dort oben hat man einen schönen Blick auf die weisse Stadt.

Sicht auf Antequera

Sicht auf Antequera

Die Alcazaba von Antequera liegt auf dem Weg ins Stadtzentrum. Auf einen Besuch habe ich verzichtet, nachdem ich die von Jerez genauer angeschaut hatte.

Speziell an der Alczaba von Antequera ist jedoch, dass an ihrem Fuss ein Denkmal steht, das mich sehr berührt hat und das ich in dieser Art in Spanien noch nie gesehen habe: am 16. September 1410 haben die Castilischen Truppen nach einer sechs-monatigen Belagerung die Alcazaba von Antequera eingenommen. Die Bewohner wurden Richtung Granada ins Exil geschickt. Um an dieses Ereignis zu erinnern, wurde hier, wo die maurischen Familien ihren Fussweg nach Granada antraten, von Antequera ein Denkmal aufgestellt, das an dieses Ereignis erinnert.

Marsch ins Exil

Marsch ins Exil

Dass Antequera als Anticaria von den Römern gegründet wurde, zeigt die Ausgrabung von gut erhaltenen römischen Bädern und Grabsteinen, die heute in einer Mauer des Stadttors eingelassen sind.

Antequera römische Bäder

Antequera römische Bäder

Römische Grabplatten

Römische Grabplatten

Auf dem Platz vor der Kathedrale geht es recht lebhaft zu. Antequera wurde offensichtlich auch von Busunternehmen als Ausflugsziel entdeckt, denn es kamen neben Individualtouristen und Einheimischen immer wieder ganze Busladungen auf der grossen Terasse vor der Kathedrale an.

Antequera Besucherstöme

Antequera Besucherstöme

Antequera fröhliches Treiben

Antequera fröhliches Treiben

Nächstes Ziel sind die Höhlen von Nerja. Also zurück Richtung Mittelmeer. Nerja ist ein hübsches Städtchen, aber es stehen an jeder Kreuzung so viele Wegweiser, dass sie mehr verwirren als nützen. Trotzdem fand ich nach zwei Irrwegen die Höhlen weiter oben den Hügel hinan. Die Höhlen wurden erst 1959 von fünf Jugendlichen entdeckt. Sie spazierten spät abends in einem Gebiet, das aus fast nur zusammengewürfelten Kalksteinen bestand, auf denen man von einem zum anderen springen musste. Es fiel ihnen auf, dass aus einem Loch von nur etwa dreissig Zentimeter Durchmesser Fledermäuse herausflogen. Sie räumten ein paar Steine auf die Seite und zwängten sich hinein. Nach ein paar Metern standen sie in einem grossen Raum, an dessen Ende ein schmaler Durchgang in einen noch grösseren Raum mit wunderschönen Tropfsteinen führte, so gross, dass heute einmal im Jahr klassische Konzerte darin aufgeführt werden.

In diesem Raum fanden sie ein menschliches Skelett, das sie erschreckte. Sie vermuteten, dass es jemand war, der vor ihnen die Höhle schon entdeckt hatte und den Ausgang nicht mehr fand und machten sich auf den Rückweg.

Der Fund war eine Sensation. Das Skelett war mehr als 20’000 Jahre alt und es fanden sich noch mehr Begräbnisstätten. Ausserdem Wandmalereien aus dieser Zeit, Fische, Schafe, Hirsche und eine Art Schrift aus Punkten und Strichen, die noch nicht entziffert ist.

Heute ist die Höhle ein Besuchermagnet. Busse und Bahn führen die Touristen zum Eingang.

Cueva de Nerja

Cueva de Nerja

 

Jede halbe Stunde findet eine Führung statt. Man wird ausgerüstet mit einem Audioguide, der beim Rundgang durch die Höhle die dortigen Highlights erklärt. Die Höhle ist nur ganz schwach beleuchtet, die Höhlenmalereien sieht man nicht in Natura, sondern nur auf einem Bildschirm. Überall, wo Licht brennt, bilden sich eine Art grüne, schmierige Algen. Sie sind in der Lage, die Photosynthese mit Kunstlicht durchzuführen. Wenn man die Malereien beleuchten würde, wären sie schnell von diesen Algen zerstört.

Nur zwei Photos sind etwas geworden, denn Blitz oder Stativ sind verboten. Auf dem linken Bild sieht man hinten zwei übereinanderliegende Besucherstege, was einen Eindruck von der Grösse der Räume erlaubt. Auf dem anderen Bild sieht man eine Säule mitten im Raum von ca. fünf Metern Durchmesser. Sie besteht aus einem zusammengewachsenen Stalagmit/Stalagtit mit 32 Metern Höhe. Sie ist im Guinessbuch der Rekorde aufgeführt als die grösste unterirdische Säule der Welt.

Cueva de Nerja

Cueva de Nerja

Cueva de Nerja

Cueva de Nerja

Übrigens war die Höhle früher offen und für die Menschen gut zugänglich. Ein Erdbeben um Christi Geburt hat den Eingang verschüttet. Ein grosser Teil der Höhle ist für Besucher nicht zugänglich, weil noch Ausgrabungen stattfinden.

Es folgt noch ein Ausflug nach Nerja selbst. Die Altstadt ist wie üblich eng und winklig. Aber an der Küste wurde auf einem Felsvorsprung eine grosse Terasse mit Palmen angelegt, den “Balcon de Europa”. Die fehlende Uferpromenade mangels Platz wird durch diesen “Balcon de Europa” ersetzt und ist ein beliebter Punkt zu flanieren oder eines der vielen Strassencafes zu besuchen.

Balcon de Europa Nerja

Balcon de Europa Nerja

Balcon de Europa Nerja

Balcon de Europa Nerja

 

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