Die Heckgarage des Hymer B594


Meine Heckgarage

Wenn man mit seinem Wohnmobil nur wenige Wochen pro Jahr in den Urlaub fahren kann, spielt die Grösse der Heckgarage eine nicht so überragende Rolle wie wenn man ganzjährig damit unterwegs ist. Das Modell B594 von Hymer hat eine enorm grosse Heckgarage. Das ist einer der Gründe, warum ich mich für dieses Modell entschieden habe.

 

Es gibt genügend Platz, um in diese Heckgarage eine Art Schrankwand einzubauen, die den ganzen Krimskrams an Kleinteilen, der früher in den verschiedensten Fächern unübersichtlich verstaut war, geordnet aufnehmen kann. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick und Brettern und Schrauben aus dem Baumarkt kann man sich seine Heckgarage so selbst einrichten.

 

Heckgarage links

Heckgarage links

Heckgarage rechts

Heckgarage rechts

 

Die Kabel sauber aufgehängt, der Rolltisch rechts und links neben den Kabeln eingesteckt, genügend Fächer, auch tiefe für Flaschen etc. Für die Befestigung des Gestells wurde kein einziges Loch in das WoMo gebohrt, das Ganze wurde in bestehenden Löchern der ALU-Träger befestigt.

Wohin mit all den langen Stangen wie Storenkurbel, Spreizstange, Angel, Putzschwamm usw? Oft liegt das ja einfach am Boden. Zwei oder drei Kunststoffrohrstücke aus dem Baumarkt schräg an die Decke geschraubt nehmen diese Dinge auf.

 

Langes Gerät von links

Langes Gerät von links

Langes Gerät von rechts

Langes Gerät von rechts

 

Das bewegliche Inventar ist bei einem Nomaden auch umfangreicher als im Normalfall. Hat aber in dem reichlich bemessenen Raum unter dem Heckbett gut Platz.

 

Fangen wir an mit dem gemütlichen Teil. Dazu gehört ein Tisch und die Stühle drum herum, um in herrlichem Sonnenschein im Grünen zu essen. Die Tische sind meist aus Aluminium, aber manchmal richtig sperrig. Rolltische sind die platzsparendsten. Auch gibt es erstaunlich viele Tische mit Verstrebungen dort, wo die Beine Platz haben sollten. Beim Aufstehen oder Hinsetzen stösst man unweigerlich dagegen und befördert den Wein oder sonstwas auf die Hosenbeine der Gäste.

 

Ich habe mich für diesen Rolltisch entschieden. Wie das erste Bild der Heckgarage zeigt, verschwindet er fast völlig in den zwei kleinen Nischen rechts und links von den Kabeln. Ausserdem ist er einer der wenigen, bei dem die Verstrebungen recht hoch angesetzt sind.

Dazu ordentliche Klappstühle. Das Angebot an Campingsesseln ist riesig, vor allem die Stoff-Modelle, die Stuhl und Sessel in einem sein wollen. Aber zum ordenlich Sitzen an einem Tisch sind sie oft zu tief und auch unbequem, weil sie den Rücken nicht richtig stützen. Sie wollen ja nicht nur Stuhl, sondern auch Sessel sein. Da ich genug Platz habe, habe ich mich für einen ordentlichen Klappstuhl

und einen separaten Sessel resp. eine richtige Liege entschieden.

 

In dieser Liege fühlt man sich so bequem, dass man riskiert, einzuschlafen und sich ungewollt einen Sonnenbrand zu holen. Davor schützt oft die Store des Wohnmobils, aber nicht immer kann man mit dem Wohnmobil so nahe an den Strand fahren, dass man die Store dort nutzen kann.

 

Sonnenschirm mit Sandschraube

Sonnenschirm mit Sandschraube

Also habe ich noch einen Sonnenschirm angeschafft. Mit dem und der Liege unter dem Arm, die erstaunlich leicht ist, kann ich mirs am Strand trotzdem gemütlich machen.

 

Der Sonnenschirm ist mit einer Sandschraube ausgerüstet. Mit ihr wird der Stiel in den Sand geschraubt und in dem feuchteren Sand weiter unten hält er sogar bei leichten Windstössen bombenfest.

 

Die Liege hat einen Nachteil. Wenn man sonnenbaden will, kann man nicht auf dem Bauch darin liegen. Deshalb befindet sich in meiner Heckgarage zusätzlich ein Feldbett, das sich so klein zusammenfalten lässt, dass es sich auch in meinem Faltboot (ein Klepper Aerius Einer) verstauen lässt.

 

 

Klepper Aerius Einer

Klepper Aerius Einer

 

Denn es kommt vor, dass ich mein WoMo abschliesse und ein paar Tage auf Wanderpaddeltour gehe. Ich packe Wasser und ein paar Lebensmittel, einen Schlafsack, ein Zelt und das zusammengefaltete Feldbett ins Boot und schlafe nachts auf dem Feldbett statt auf einer Luftmatratze oder ISO-Matte.

Im normalen WoMo-Betrieb dient es also als Sonnenliege, wenn ich es mir statt an einem Sandstrand irgendwo versteckt im Gebüsch bequem mache, wo der Boden zu kratzig ist, um direkt darauf zu liegen.

Ich bin nicht der Kilometerfresser. Wenn es mir irgendwo gefällt, bleibe ich gerne zwei oder drei Wochen oder auch mehr. Ich habe zwar eine Solarzelle auf dem Dach, die meine Wohnraumbatterie zuverlässig und auch ausgiebig lädt.

Wenn aber mal ein paar trübe Tage etwas länger die Sonne verhüllen, kommt es vor, dass sich die Batterie zu tief zu entladen droht. Denn wenn es trübe ist, schaut man auch mehr Fernsehen, nimmt den Raclette-Ofen in Betrieb, da man Deftigeres vertragen kann usw. Viele werfen dann ihren Motor an und fahren ein paar Kilometer, um die Batterie aufzuladen. Ich habe mich für die Anschaffung eines Honda Generators entschieden, die umweltfreundlichere Methode. Gross oder klein? Ich bin der Meinung, der kleinste reicht aus, um die Batterie wieder zu laden. Honda oder Billigprodukt? Ich habe schon erlebt, dass Leute sich fast den Rücken kaputt gezogen haben, um ihren Generator anzuwerfen. Der Honda springt zuverlässig an.

Und wie verpflegt man sich, wenn man ein schönes und einsames Plätzchen irgendwo versteckt gefunden hat? Ich bin schon mit dem Faltboot ins nächste Dorf gepaddelt, aber nicht immer steht man an einem See oder Fluss. Dann muss ein umweltfreundliches Fahrzeug her, ein Fahrrad.

Ich hätte tatsächlich ein 28″ Rad noch in diese grosse Heckgarage reingebracht, aber doch mit Mühe. Und es wäre dann auch definitiv Schluss gewesen mit eventuellen zukünftigen Anschaffungen. Drum benutze ich ein Klapprad. Es lässt mir noch etwas Reserve für Dinge, die sonst noch temporär am Boden stehen wie zwei Wasserflaschen, mal wieder ein Karton Wein usw.

Mein grosses Kalkhoff habe ich also ausser Betrieb genommen und auf dieses Rad gewchselt. Ich bin überrascht, wie stabil es sich fährt. Ich bereue diesen Schritt nicht. NCM ist eine deutsche Firma in Hannover. Sie verbaut Qualitätskomponenten und hebt sich mit ihren Produkten deutlich von chinesischen Produkten ab.

So ausgerüstet macht das Leben im Wohnmobil richtig Spass. Man vermisst keinerlei Komfort, erlebt aber den Luxus der freien Natur und der Ungebundenheit. Und auch das Leibliche kommt nicht zu kurz. Eine reich ausgestattete Küche, in der gekocht und gebacken wird, in der Raclette und auch Fondue auf dem Speisezettel steht, werde ich in einem nächsten Post einmal beschreiben. Ausserhalb der Küche aber, also im Freien, neben dem sauber mit Tischtuch gedeckten Tisch steht der Holzkohlegrill, der so klein und leicht ist und weniger als €10.– kostet, dass man ihn überallhin mitnehmen kann.

Allerdings grille ich nicht mit Holzkohle, die ist mir zu schmutzig. Dort, wo ich hinkomme, finde ich meist genügend kleine Holzstückchen, um ein tolles Grillfeuer zu entfachen und ein dickes, vorher gut mariniertes Steak, rosa zu grillen. Essen ist doch die zweitschönste Sache der Welt.

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