Von Welgesheim nach Aachen


Dauerhaft im Wohnmobil leben

Das Jahrestreffen der Solisten wurde von den Teilnehmern, die dauerhaft im Wohnmobil leben, noch um den Montag verlängert. Der Erfahrungsaustausch drehte sich hauptsächlich um Krankenversicherung, Wohnsitz resp. wo kommt die Post hin usw. Wenn aber einer der Interessierten fragte, ob man sich wohlfühle als Dauerbewohner eines Wohnmobils waren sich alle einig: ein statisches Leben in einem fixen Haus konnte sich keiner mehr vorstellen. Die Freiheit des stetigen Reisens wollte keiner mehr aufgeben.

Gemeinsam nach Koblenz

Eine Gruppe Unentwegter wollte noch nicht nach Hause und traf sich in Koblenz auf dem Campingplatz gerade gegenüber dem Wahrzeichen von Koblenz, dem Deutschen Eck. Dort wo die Mosel in den Rhein fliesst. Von da aus liess sich Koblenz, das mir noch unbekannt war, gut erkunden.

Solisten

Solisten

Das Deutsche Eck ist heute ein Touristenmagnet und heisst so, weil 1216 der Kurfürst von Trier dem Deutschen Ritterorden die Kastorkirche mit angeschlossenem Krankenhaus und dem dazugehörenden Land schenkte, mit der Auflage, die Krankenpflege weiter zu führen. Das Kaiser Wilhelm Denkmal hat nichts zu tun mit diesem Namen. Es wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts dort aufgestellt, nachdem aus einer Reihe von Bewerbern um den Standort dieses Denkmals Koblenz als Sieger hervorgegangen war.

Ein monumentales Denkmal zur Erinnerung an Wilhelms Rolle bei der Einigung Deutschlands. Die Bronzestatue wiegt fast 65 Tonnen. Wilhelm zur Seite gestellt ist eine Art geflügelte Walküre, die den Genius Wilhelms darstellen soll.

Koblenz Deutsches Eck

Koblenz Deutsches Eck

Koblenz Deutsches Eck

Koblenz Deutsches Eck

Dem Deutschen Eck gegenüber, auf der anderen Seite des Rheins, ragt ein abweisender Felssporn hoch nach oben. Auf ihm prangt die Festung Ehrenbreitstein, ein Bollwerk, von dem aus sich der Rhein und die Mündung der Mosel beherrschen liess. Ursprünglich Sommersitz der Kurfürsten von Trier wurde dieses Gebiet im Wiener Kongress Preussen zugesprochen. Bei den Ausbauarbeiten der Preussen wurden Befestigungsspuren aus der Bronzezeit gefunden. Die Idee, sich dort festzusetzen ist also nicht aus jüngster Zeit.

Hinter der Festung liegt eine weitläufiges Vorgelände, das 2011 zur Ausrichtung der Bundesgartenschau gewählt wurde. Dafür wurde auch eine Seilbahn, die grösste Deutschlands, vom linken Rheinufer über den Rhein zur Festung hinauf errichtet. Sie soll bis 2026 in Betrieb sein, dann ist ihre Lebensdauer zu Ende. Wir liessen es uns nicht nehmen, diese Seilbahn zu benutzen. Sie erlaubt begeisternde Ausblicke.

Seilbahn Koblenz

Seilbahn Koblenz

Seilbahn Koblenz

Seilbahn Koblenz

Konstanz Seilbahn

Konstanz Seilbahn

Seilbahn Konstanz

Seilbahn Konstanz

Koblenz bietet viel mehr als man in einem Tag erkunden könnte. Das kurfürstliche Schloss mit seinem schön angelegten Rosengarten, der gemütliche Marktplatz, die Rheinauen. Ich werde wiederkommen.

Koblenz Kurfüstliches Schloss

Koblenz Kurfüstliches Schloss

Koblenz Altstadt

Koblenz Altstadt

Die Burg Eltz, eine der wenigen Burgen Deutschlands, die nie zerstört wurde

Am nächsten Tag auf nach Burg Elz in einem Seitental der Mosel. Als Inbegriff einer deutschen Ritterburg stammt sie aus dem 12. Jahrhundert und wurde nie zerstört. Sie ist nach wie vor im Besitz der Familie von und zu Eltz-Kempenich. Sie ist der Öffentlichkeit zugänglich und zieht zahlreiche Besucher an. Der Eintritt wird zum Erhalt der Burg eingesetzt. Es finden regelmässige Führungen in verschiedenen Sprachen statt. Sie geben einen guten Einblick in die Lebensform des Mittelalters. Allerdings ist das Photograpieren im Inneren der Burg nicht erlaubt.

Burg Eltz

Burg Eltz

Innenhof Burg Eltz

Innenhof Burg Eltz

Nach der Burg Eltz trennen sich unsere Wege, ich strebe meinem vorläufigen Ziel Sande bei Wilhelmshaven zu und wähle eine Strecke über die Eifel und das Hohe Venn über Mayen, Polch vorläufig nach Malmedy, das ich vor ungefähr zwei Jahren schon einmal von Aachen aus besucht hatte. Malmedy ist eine der Fazilitätsgemeinden, in der Beschlüsse, Wegweiser usw. zweisprachig abgefasst werden. Hier ist Französisch vorherrschend, in Eupen z.B. Deutsch.

Durch die Eifel nach Belgien

Malmedy ist recht reich an Parkplätzen, ich finde einen ruhigen Übernachtungsplatz keine fünf Gehminuten vom Zentrum. Noch am nächsten Morgen gegen 9.00 Uhr ist es ruhig, kaum ein Auto fährt vorbei. Vielleicht weil es Samstag Morgen ist?

Nach dem Wiener Kongress kam Malmedy zu Preussen, ab 1920 zu Belgien. Es hatte seine Blütezeit im 18. Jahrhundert als Zentrum von Papier- und Lederherstellung. Der einstige Reichtum ist immer noch sichtbar.

Marktplatz Malmedy

Marktplatz Malmedy

Malmedy Villa Lang

Malmedy Villa Lang

So liess ein Herr Jules Steinbach die recht pompöse Villa Lang für seine Tochter und das ebenso pompöse Rathaus gegenüber auf eigene Kosten errichten und schenkte es der Stadt. Der Architekt des Rathauses war ganze 19 Jahre alt.

Das hohe Venn, eine mystische Urlandschaft

Von Malmedy nach Eupen durchquert man das Hohe Venn, ein Hochmoor, das mich in seiner Unberührtheit und Ursprünglichkeit in die Urzeit versetzt. Der höchste Punkt der Benelux-Länder liegt hier im Hohen Venn mit 694 Metern. Das Hohe Venn wird auch das Sibirien Belgiens genannt, denn die ersten Fröste treten bereits Ende Oktober auf und der Schnee liegt oft bis Ende Mai. Nebel hüllt plötzlich wie aus dem Nichts die Landschaft ein und besonders im Winter herrscht hier eine mystische Stimmung.

Teile des Venns sind völlig gesperrt, die anderen darf man nur auf den Bohlenwegen durchwandern. Denn das Moor ist tückisch. Die fest aussehende Grasnarbe gibt nach und viele sind schon im Venn verschwunden. Vor allem bei auftretendem Nebel ist die Orientierung nur noch anhand des Bohlenweges möglich.

Signal de Botrange

Signal de Botrange

Plan des Hohen Venn

Plan des Hohen Venn

Das Hohe Venn ist als Wandergebiet beliebt. Ganze Busladungen ergiessen sich auf die Bohlenwege unter Führung eines Guides. Ich schliesse mich einer Gruppe an und lausche den Erklärungen. Nach gefühlt einer Stunde lasse ich die Gruppe alleine und kehre um. Das trübe Wetter und der eintönig graue Himmel schlagen mir aufs Gemüt.

Eupens Trinkwasserreservoir

Mein nächstes Ziel ist die Talsperre von Eupen. Ich versuche, in eine der Parkbuchten für normale PKW’s zu manövrieren und hurra, es klappt. Mein Entscheid für das kürzere Wohnmobil war  richtig.

Talsperre von Eupen

Talsperre von Eupen

Parkbuchten Talsperre von Eupen

Parkbuchten Talsperre von Eupen

Der Stausee von Eupen ist ein reines Trinkwasserreservoir mit einer der grössten Wasseraufbereitungsanlagen Europas. Wassersport oder auch nur Schwimmen ist deshalb untersagt. Aber eine schöne Radtour durch den angrenzenden Wald mit toll angelegten Wegen und Lehrtafeln sind eine gute Alternative. Übrigens gibt es nur wenige Meter hinter dem Restaurant einen grossen Parkplatz mit einem extra Bereich für Wohnmobile, der sich sehr gut fürs Übernachten eignet.

Aachener Chorbiennale 2017

Es ist aber noch nicht so spät, sodass ich weiterrolle. Ich möchte die Aachener Chorbiennale 2017 miterleben und heute Nacht ist gemeinsames Singen mit den Siegern auf dem Rathausplatz. Ich bin gegen 18.00 Uhr an den Outskirts von Aachen und finde einen tollen Übernachtungsplatz beim Drimborner Wäldchen. Toll deshalb, weil er absolut ruhig ist und doch nur etwa 15 Fahrrad-Minuten vom Geldbrunnen entfernt. Dort und an weiteren Plätzen wird noch heftig um den Sieg gesungen.

Aachen Geldbrunnen

Aachen Geldbrunnen

Aachen Chorbiennale 2017

Aachen Chorbiennale 2017

Rathaus vom Katschhof aus

Rathaus vom Katschhof aus

Aachen Marktplatz

Aachen Marktplatz

 

Die Atmosphäre in Aachen ist immer ganz besonders und ich schwimme mit dem Strom der Füssgänger um das Rathaus, den Katschhof und sitze eine Weile bei einem Abendessen auf dem Rathausplatz bis Mitternacht. Mit heisserer Stimme vom Mitsingen kehre ich ins Drimborner Wäldchen zurück und verbringe eine sehr ruhige Nacht bis fast zum Mittag.

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