Der Hondsrug, Eiszeit in den Niederlanden


Der Hondsrug, geschaffen in der Eiszeit

Der Hondsrug in den Niederlanden ist eine Folge der letzten Eiszeit im Bereich des heutigen Drente. Der Hondsrug ist eine Gletschergrenzlinie. An ihr lagerten sich Geschiebe und eine Menge von Findlingen aus den unterschiedlichsten Gebieten Norwegens und Schwedens ab. Wenn man von Urk, der Gegend, in der es flach ist und nur Schlick, Lehm und fruchtbare Erde, aber keine Steine gibt, Richtung Osten fährt, ändert sich die Landschaft allmählich. Sie steigt an, wird leicht hügelig, es tauchen Steinhaufen an den Ackerrändern auf und Strassenschilder, auf denen Hondsrug steht.

Es ist ein anderer Hondsrug als der deutsche Hunsrück. Der Hondsrug ist eine leichte, dem früheren Gletscherrand folgende von Groningen durch das ganze Drenthegebiet reichende Erhebung, die an ihrer höchsten Stelle 32 Meter hoch ist.

Der Hondsrug ist seit dem Rückgang des Eises bewohnt

Dieses Gebiet ist ab ca. 14’000 vor Christus bewohnt. Ca. 4000 vor Christus wurden aus den Jägern und Sammlern sesshafte Bauern mit neuen Fähigkeiten wie Töpferei. Diese Zeit wird aufgrund ihrer speziellen Töpferformen die Trichterbecherkultur genannt. Auch änderten sich die Bestattungsformen. So nutzten diese Leute dann die teilweise zwanzig und mehr Tonnen wiegenden Felsbrocken, die wie von Riesen dorthin geworfen schienen, um Bestattungsräume zu bauen. Die Hünengräber. Viele dieser Gräber wurden im Mittelalter als Steinbrüche benutzt, um Häuser zu bauen. Aber einige sind erhalten und das grösste in ganz Holland befindet sich in Borger, Provinz Drente.

Hünebed Borger entlang des Hondsrugs

Hünebed Borger entlang des Hondsrugs

Hünengräber älter als die Pyramiden

Diese Bauwerke sind mehr als 6000 Jahre alt, also älter als die Pyramiden. Die Lücken zwischen den grossen Findlingen waren mit kleineren Steinen und Lehm geschlossen. Das Ganze dann von einem Erdhügel bedeckt. Es schaute nur der Eingang in der Mitte heraus, von dem nach rechts und links zwei Räume abgingen, in denen man die Toten aufbahrte.

Wie haben die Leute damals es geschafft, solche Lasten zu bewegen und so stabil zu platzieren, dass sie bis heute Bestand haben? Man vermutet, dass zuerst die Decksteine auf aufgeschüttete Hügel gezogen wurden (mit Rollen, Hebeln und Ochsenkraft). Erst danach wurden die tragenden Seitensteine eingebracht.

Das “Hunebed Centrum” in Borger

Neben dem Hünengrab wurde das “Hunebed Centrum” erstellt, ein Gebäude, das sich gut in die Landschaft einfügt. Es beherbergt eine grosse Cafeteria, eine Touristeninformation, einen Museumshop und den Eingang zum Museum. Das Museum zeigt recht anschaulich die Entwicklung der Landschaft und des Lebens ab dem Ende der Eiszeit anhand von Schautafeln und Modellen.

Schautafel

Schautafel

Haus, Spaten, Pflug

Haus, Spaten, Pflug

Schautafel

Schautafel

Trichterbecher

Trichterbecher

 

Das Freilandmuseum

Im anschliessenden Freiland sind Repliken von Häusern aus der Stein-und Bronzezeit aufgebaut, Grosshäuser, an dessen einer Seite das Vieh untergebracht war und an der anderen lebte man mit einem ständig brennenden Feuer.

Steinzeithaus

Steinzeithaus

Steinzeithaus innen

Steinzeithaus innen

Bevor man das Museum betritt wird man in einen Kinosaal komplimeniert. Der Film soll die Besucher in die Zeit des Museums zurückversetzen. Allerdings sieht man 11 Minuten lang nur einen von mystischer Musik untermalten Flug über Gletscher und vereiste Landschaften. Insgesamt sieht man in dem Museum nicht mehr als in vielen anderen ähnlichen Museen, einmal abgesehen vom Lokalkolorit.

Das Hünengrab

Das Hünengrab selbst und ein Steingarten, den ich anschliessend noch kurz schildere, befinden sich ausserhalb des Museums. Wer also nur das Hünengrab besichtigen will, braucht das Museum nicht zu buchen, denn es ist mit €9,50 recht teuer.

Der Steingarten

Recht interessant für diejenigen, die sich für Erdgeschichte interessieren, ist der schon erwähnte Steingarten. Es sind hier Findlinge aus der ganzen Region zusammengetragen worden mit je Stein einem Schildchen, das die Steinart und die Herkunft des Steins erklärt. Wo überall kommen sie doch her, wo ich noch nie war.

Steingarten

Steingarten

Steingarten

Steingarten

Die Steine wurden aus ganz Skandinavien hierher transportiert. Ich male mir aus, wie die kilometerdicken Eisschichten über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende sich Zentimeter für Zentimeter bis hierher vorwärts geschoben haben und am Ende ihre Last abgelegt haben. Wie kam diese Last auf den Gletscher? Es müssen Gebirgszüge die Eismassen überragt haben. Die Gletscher mussten sich an ihnen vorbeizwängen. Welch ungeheuren  Druck haben sie nach unten und seitwärts gegen diese Hindernisse ausgeübt! Dabei muss es immer wieder gewaltig gekracht haben.

Eine Karte der Hünengräber in Friesland zeigt eindrücklich, wo sich die Steine ablagerten und wo die Menschen sie dann zum Gräberbau benutzten. Die Gräber sind mit D und einer laufenden Nummer gekennzeichnet und reihen sich längs der Gletscherkante wie an einer Perlenschnur. Die Karte ist gedreht, d.h. links ist grob Nord, rechts Süd. Sie zeigt den Verlauf des Hondsrugs von Groningen bis Emmen.

Hünengräber in Niederlande

Hünengräber in Niederlande

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