Quer durch Montenegro, Campen verboten


Ein Highlight Montenegros, die Bucht Tivatski

Nachdem wir uns der unfreundlichen und unnachgiebigen montenegrienischen Grenzbeamten wegen von Marlies trennen mussten, setzten wir beide, Hady und ich, unsere Reise Richtung Albanien fort. Von der Grenze hoch oben führt die Strasse 10% steil runter auf Meeresebene. Denn wir müssen eine tief ins Land eingeschnittene, die riesige Bucht von Kotor umrunden. Es gibt keine Brücke von Prevlaka nach Lustica.

Aber diese Umrundung ist spektakulär und lohnend. Sie ist eines der Highlights von Montenegro.

Montenegro Bucht bei Dobrota

Montenegro Bucht bei Dobrota

Um jede Biegung bietet sich wieder ein neuer Ausblick auf tiefblaues Wasser, in die steile Felsen stürzen. Lange parallele Reihen von Bojen deuten an, dass hier Miesmuscheln gezüchtet werden. Das Wasser schmeckt nur leicht salzig, der Wasseraustausch mit dem Mittelmeer dürfte mässig sein. Zwei Dörfchen werden dort vom Reiseführer speziell empfohlen, Risan und Kotor. Wir sind vielleicht schon überfüttert: es sind hübsche Dörfchen, um zu schlendern und einen Kaffee mit einem speziell empfohlenen Kuchen zu geniessen. Aber sie sind wie alle so empfohlenen Dörfer touristisch überlaufen, mit überfüllten Parkplätzen und mit Verkaufsbuden entlang des Weges, den die Touristen nehrmen. Wir ergötzen uns mehr an dem unbschreiblichen Panorama.

Montenegro Bucht bei Dobrota

Montenegro Bucht bei Dobrota

Montenegro Bucht bei Dobrota

Montenegro Bucht bei Dobrota

Die Kalkfelsen hier haben eine andere Struktur

Am Ende der Bucht einen Hügel hoch und auf der anderen Seite wieder runter treffen wir bei Budva wieder aufs Meer. Die Landschaft ändert. Statt monolithischer Kalkfelsen wie in Kroatien gibt es jetzt Kalksedimentschichten, die von anderen Materialien durchsetzt sind. Das Ganze ist bröckeliger. Entsprechend gibt es auch Schwemmland in den Kalksteinbuchten, das Wasser hat Material gefunden, das es in die Tiefe spülen konnte. Montenegro hat eine ganz andere Küstenform als Kroatien, auch die Farbe ist nicht mehr nur weiss.

Montenegro Küste bei Petrovac

Montenegro Küste bei Petrovac

Wir hatten in Montenegro keine weiteren Ziele ausgemacht. Deshalb fuhren wir möglichst schnell die schöne Küste entlang nach Bar, wo wir kurz danach die Abzweigung Vladimir, das noch in Montenegro liegt, nahmen. In Bar füllten wir noch die Dieseltanks auf, denn mit €1,05/Liter lohnte sich das.

Montenegro ist mehrheitlich christlich, ausser gegen Osten

Die Strasse wurde eng, kurvig und holprig. Erstaunlich, denn es ist die Hauptverbindung zwischen Montenegro und Albanien. Kleine Dörfer werden durchquert, sie sehen schon orientalisch aus. Die Strassenränder sind nicht mehr klar auszumachen, Müll liegt rechts und links, Autos sind kreuz und quer geparkt. Die Autowerkstatt ist ein kleiner Schuppen, aber die Autos werden auf der Strasse repariert. Die Leute laufen kreuz und quer als ob es keine fahrenden Autos gäbe. Es kann ja auch nicht viel passieren, hier kann man teilweise nur in Schrittgeschwindigkeit fahren. Trotzdem treffen wir sogar einen Autobus mit albanischen Kennzeichen an, der seinen Weg nach Montenegro sucht. Meist findet sich eine Stelle, an der man kreuzen kann. Auch zwei Friedhöfe mit den typischen osmanischen Grabsteinen passieren wir.

Wir campen in Montenegro

Klar, dass wir uns völlig verschätzt haben im Zeitbedarf für die 30 Kilometer bis zur Grenze. Es wird schon dämmerig und so verbringen wir tatsächlich eine Nacht in Montenegro, obwohl wir an der Grenze ein Schild sahen, dass das freie Campieren in Montenegro verboten ist. Wir sind hier schon im muslimischen Bereich Montenegros, niemand stört unsere Nachtruhe, mal abgesehen vom Muezzin, der so um die 21.00 Uhr die Gläubigen zum Gebet ruft.

Montenegro Übernachtung kurz vor Vladimir

Montenegro Übernachtung kurz vor Vladimir

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