Die Meteora Klöster


Auf dem Weg nach Kalambaka, dem Ort der Meteora Klöster

Nach dem anstrengenden Tag in dem 500’000 m2 grossen Ausgrabungsgelände von Dion Und dem nächsten anstrengenden Besuch in Meteora wollen wir mal einen Tag Ruhe am Strand einschalten. Gemäss Karte sieht der ganze Küstenstreifen ab Nea Messangala bis fast Volos vielversprechend aus. Aber wir haben es noch immer nicht im Gefühl, dass Griechenland ja die Ausläufer der Alpen sind. Es gibt wenig Sandstrände, die meisten Küsten fallen fast senkrecht ins Meer. Schlecht für Wohnmobilisten, die eher einen schönen ebenen Untergrund suchen. Wir fahren kilometerweit durch Kiwi-Plantagen und finden schliesslich bei Agiokampos ein Stück Strand, bebaut mit Ferienhäusern. Die Saison ist vorbei, die Häuser stehen alle leer. Nur ein junges englisches Pärchen hat sich noch hierher verirrt. Am Abend zeigt immerhin die Polizei noch Präsenz. Die vielen leeren Ferienhäuser könnten ungebetene Gäste anziehen.

Kiwiplantage

Kiwiplantage

Übernachtungsplatz bei Agiok

Übernachtungsplatz bei Agiok

Es ist kühl, trübe, ein frischer Wind weht. Niemand hat gross Lust, aus dem gemütlichen Womo zu steigen geschweige denn, in den frischen Fluten ein Bad zu wagen. Macht nichts, wir wollten ja ausruhen und Kräfte sammeln für das nächste anstrengende Ziel, die Meteora Klöster. Der Weg dorthin führt über Larisa, Trikala nach Kalambaka. Bei der Anfahrt nach Kalambaka kündigt schon von Ferne eine grossartige Kulisse an. Je näher man kommt, umso spektakulärer wird die Gegend, die die Mönche Meteora genannt haben..

Anfahrt nach Kalampaka

Anfahrt nach Kalampaka

Meteorakloster Agia Triada

Meteorakloster Agia Triada

Ein aussergewöhnlicher Stellplatz

Gemäss Womo-Führer gibt es in Kalambaka auf der Meteora Rundstrecke ein Restaurant, das gratis Stellplätze anbietet für ein Nachtessen und ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für die Besichtigung der Klöster sei. Der Platz ist auch dank einem grossen Hinweisschild nicht zu verfehlen. Der Hoteleingang ist überspannt von einer Banderole mit allen erdenklichen Flaggen, es hängen internationale Plakate in allen möglichen Sprachen an einer Wand. Es scheint ein wahrhaft kosmopolitisches Hotel zu sein.

Der gewichtige Wirt drückt uns eine Karte in die Hand und erklärt uns wortreich in schwer verständlichem Englisch, dass das Nachtessen aus einer einzigen Wahl, Souflaki, bestehe und dass pünktlich um 19.00 Uhr serviert würde. Die Oma würde kochen. Das hört sich gut an, mal richtige traditionelle griechische Küche zu geniessen.

Die Meteora Klöster liegen alle an einem Rundkurs

Alle Meteora Klöster liegen an einem Rundkurs mit starken Steigungen und entsprechendem Gefälle. Das älteste Kloster ist das Grosse Meteoron Metamorphosis, es hat aber Montags geschlossen. Also nehmen wir uns als erstes Agia Triada vor und verschieben das Meteoron Metamorphosis auf morgen.

Karte Meteoraklöster

Karte Meteoraklöster

Meteora

Meteora

Die Gegend hier ist einzigartig, die Felsen aus Kompositmaterial ragen aus der Ebene empor. Die Erosion hat steile Felswände und fast unzugängliche Felstürme geschaffen. In der Mitte des 14. Jahrhunderts kam ein Eremit names Anastasios auf die Idee, man könnte sich ja auf eine solch unwirtliche Felsspitze zurück ziehen, um Gott ganz nah zu sein und ihm zu huldigen. Mit zusammengebundenen Leitern schaffte er es nach oben und stiess die Leitern weg. Von da an wurde er von mitleidigen oder bewundernden Menschen versorgt über einen Korb, den er an einem langen Strick nach unten liess. Es ging nicht allzulange bis die benachbarten Felsbalkone durch Nachahmer besetzt waren. Für Interessierte: es stehen noch ein paar nicht besetzte Felsspitzen zur Verfügung.

Seilzüge sind passé, die Klöster sind über Treppen ereichbar

Noch bis vor nicht allzulanger Zeit wurden die zu Klöstern angewachsenen Ermitagen über solche, in der Zwischenzeit perfektonierten Seilzüge versorgt. Ein kleiner, den Felsen etwas hervorkragenden Holzvorbau und eine senkrecht stehende Spindel, die von vier Mann gedreht wurde, um das Seil aufzuwickeln, mehr brauchte es nicht, um von den milden Gaben der Gläubigen zu leben.

Agia Triada

Agia Triada

Senkrecht stehende Aufzugs-Spindel

Senkrecht stehende Aufzugs-Spindel

Die Meteora Klöster sind ein Touristenmagnet

Heute haben die Klöster eine bessere Einnahmequelle entdeckt, den Tourismus. Der Eintritt kostet bei allen Klöstern bescheidene €3.00. Was man aber dafür an Schätzen und Einblicken in diese Welt zu sehen bekommt, ist den Obulus alle Mal wert. Vor den Eintritt hat der Herr allerdings erst schweisstreibende Beinarbeit gesetzt. Denn man wird nicht etwa bequem in einem Korb nach oben gezogen, diese schönen Zeiten sind längst vorbei. Stattdessen wurden kunstvoll Treppen und Tunnels in die Felsen gehauen, über die heute in jeder Saison die Touristenströme nach oben und wieder hinab ziehen.

Treppe

Treppe

Der Mühe Lohn

Der Mühe Lohn

In der Kirche ist photographieren verboten. Aber wenn man den Sinn des Verbots nicht versteht, fällt es mir schwer, es zu befolgen. Ich photographiere ja ohne Blitz mit einer hochempfindlichen Kamera. Und die Fresken sind zu schön, als dass man sie nur im Kopf aufbewahren möchte.

Wir besuchen das Kloster Roussanou und Hady meint: das muss ein Nonnenkloster sein. Alles sehr aufgeräumt. Geschmackvoll eingerichtet. Der Garten reich mit Blumen verziert. Und er hat Recht: Roussanou ist ein Nonnenkloster.

Das gemütlichste Meteora Kloster

Das Kloster, das mich persönlich am meisten angesprochen hat, ist das Agios Nikolaos Anapafsas. Es sitzt zwar auf der niedrigsten Felsspitze, aber der Anstieg ist trotzdem einer der anstengendsten. Und wenn man dann oben ist, wird man um jede Treppenstufe herum wieder überrascht über eine neue kleine Plattform, ein weiteres kleines Sitzplätzchen. Die Felsspitze bietet so wenig Platz, dass die Mönche gezwungen waren, über zahllose Treppen und Stufen die nächsten ebenen Flächen zu schaffen, was eine sehr gemütliche und traute Umgebung geschaffen hat.

Agios Nikolaos Anapafsas von unten

Agios Nikolaos Anapafsas von unten

Agios Nikolaos Anapafsas

Agios Nikolaos Anapafsas

Wir sind pünktlich um 19.00 Uhr zurück. Es haben sich noch weitere Womos eingefunden, die die Klöster morgen besuchen wollen. Wir kommen mit einem holländischen und einem deutschen Paar ins Gespräch, schieben die Tische zusammen und tauschen rege Erfahrungen aus. Und dann kommt das Nachtessen. Ein Spiess Souflaki, eine ungeniessbare Wurst, so voller Knorpel und Knochenmehl, ein paar Pommes Frites und ein griechischer Salat. Es bleibt viel auf den Tellern liegen. Als der Wirt am Ende fragt, ob es geschmeckt habe, explodiert der Holländer und sagt nein. Die anderen drucksen herum. Am nächsten Tag entdecken wir auf der Meteora Route etwas weiter oben einige Wohnmobile auf einem grossen Parkplatz, der überdies den Vorzug hat, eben zu sein.

Das älteste der Meteora Klöster

Das grosse Meteoron Metamorphosis Kloster verlangt einen steilen Abstieg ins Tal um dort die steil aufsteigende Treppe zu erreichen. Teilweise steigt man sogar durch einen Tunnel nach oben. Es gibt unvergleichliche Ausblicke. Die Felsen bestehen aus unter enormem Druck und Hitze zusammengebackenem Geröll. Aber das Geröll ist nicht scharfkantig, sondern es sind Kieselsteine. Wieviele Jahrmillionen müssen sie durch Wasser rund geschliffen worden sein, bis sie dann in einem anderen Zeitalter in einen “Backofen” kamen? Das ist ein tiefer Blick in die Erdgeschichte!

Meteora Schlucht

Meteora Schlucht

Felsen

Felsen

Ich werde überrascht über die professionelle Darstellung der Kostergeschichte dieses Klosters. So sah ich das in den anderen Klöstern nicht. Es gibt mehrere Museen, eines zur Geschichte des Klosters, eines zur Wirkung der Klöster bei dem Freiheitskampf der Griechen, eines zum täglichen Leben im Kloster. Ich frage mich, wo die Mönche ihren Wein angebaut haben.

Museum Vorratskeller

Museum Vorratskeller

Museum Weinfass

Museum Weinfass

Die Klöster sind alle in ausgezeichnetem Zustand. Aber im Museum zu Klostergeschichte sah ich anhand von alten Photos, dass dies nicht immer so war. Es wurde jedoch nirgends erwähnt, wie diese Restaurierung auf den heutigen herrlichen Zustand möglich wurde. Es hat mich auch beeindruckt, wie mit einfachen Mitteln sehr ästhetische Effekte gelungen sind. Schau Dir nur die Kirche genauer an: Ziegelsteine und breite Fugen, das reicht, um das Auge zu erfreuen.

Vorhof zur Kirche

Vorhof zur Kirche

Kloster Grand Meteoro Kirche

Kloster Grand Meteoro Kirche

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