Die Thermopylen, geschichtsträchtig und warme Quelle


Eine historische Ebene, die Thermopylen

Von den Meteora Klöstern zu dem Schlachtfeld der Thermopylen sind es ca. 120 km, das schaffen wir in zwei Stunden. Und tatsächlich, die gut ausgebauten Strassen führen durch weites, flaches Land, das überwiegend mit Bauwolle bepflanzt ist. Nur die letzten ca. 20 km muss die Strasse einen steil ansteigenden Bergfelsen überwinden. Dort fährt man meist im Schneckentempo hinter Lastwagen her, egal ob es auf der einen Seite aufwärts oder auf der anderen Seite abwärts geht.

Ein wenig Geschichte

Bei den Thermopylen haben sich 480 vor Christus 300 Spartaner mit 700 Bundesgenossen einer mehr als hundertfachen Übermacht persischer Soldaten entgegengestellt. Die Perser wurden tatsächlich aufgehalten, aber ein griechischer Verräter zeigte einen Weg über den Berg. So standen die Perser nicht nur vorne, sondern plötzlich auch im Rücken der Spartaner. Die hatten keine Chance mehr, sie wurden alle niedergemetzelt.

Den Persern hat dies jedoch nicht geholfen. Sie machten es wie die Russen gegen Napoleon: sie hatten Athen geräumt und waren auf eine Insel ausgewichen. Die Perser versuchten dann mit ihrer Flotte Salamis zu erobern, aber die Athener hatten seit dem ersten Perserkrieg eine schlagkräftige Flotte gebaut. Die bohrte tatsächlich die persische Flotte auf den Meeresgrund und Xerxes musste abziehen.

Aufgrund dieser Geschichte malte ich mir die Themopylen immer als eine enge Felsschlucht aus. Von der Höhe des Bergfelsens erkannte ich dann die tatsächliche Enge der Thermopylen. Eine sich zwischen Meer und hohen Felshängen verengende Ebene. Aber immer noch so weit, dass man den Mut des kleinen Häufleins bewundern muss. Das war spartanische Disziplin: man gibt nicht auf ausser man kann nicht mehr, weil man tot ist.

Thermopylenschlachtfeld

Thermopylenschlachtfeld

Ihnen zu Ehren steht ein grosses Denkmal genau dort, wo sie fielen mit Szenen aus dem Geschehen. Eine Inschrift ist eingemeisselt: “Wand’rer, erstatte den Spartanern die Meldung: wir alle liegen hier, denn unser Gesetz haben wir getreulich befolgt.”

Thermopylendenkmal

Thermopylendenkmal

Eine warme Schwefelquelle

Es entspringt unter dem Steilhang eine Quelle mit erträglichem Schwefelgeruch und etwa 40°C Wassertemperatur. Sie fliesst nicht etwa aus dem Berg heraus, das Wasser drückt aus dem Boden unter Aufwirbelung von Sand, begleitet von Ausbrüchen von Kohlendioxydbläschen wie in Maria Laach. Von diesem Quellbecken fliesst das Wasser in einem Kanal zu einem früheren Hallenbad, das aber heute einsturzgefährdet und deshalb verrammelt ist.

Ein Wasserfall

Das Wasser wurde inzwischen ein paar Meter weitergeleitet und stürzt heute als Wasserfall über einen inzwischen sehr glitschigen Felsen in ein Becken. Hier sah ich die ersten Badenden, die mit oft nur mit einem Bademantel bekleidet mit dem Auto ankommen und den Wasserfall geniessen. Sie hangeln sich an einem Seil über den rutschigen Felsen, geniessen entweder den Wasserschwall, der auf ihren Rücken prasselt oder sitzen einfach unten in einer natürlichen Badewanne. Die Strömung ist so stark, dass auch dort ein Seil gespannt ist, an dem man sich notfalls festhalten kann.

Thermopylenquelle

Thermopylenquelle

Thermopylenwasserfall

Thermopylenwasserfall

Ein toller Womo-Stellplatz

Das alles ist gratis und auch die Riesenfläche ein paar Meter weiter, unterbrochen von ein paar Büschen, ist für Womos frei zugänglich. Der ganzen Länge der Parkfläche entlang fliesst der Bach dann für sicher 400 oder 500 Meter weiter und überall gibt es Stellen, an denen man in ihn steigen kann. Auch ganz am Ende, wo er unter die Strasse durchgeleitet wird, hat er noch immer fast die gleiche Temperatur, denn die Fliesgeschwindigkeit ist recht hoch.

Thermopylenbach

Thermopylenbach

Thermopylenbach

Thermopylenbach

Es ist so angenehm dort, dass wir zwei Tage bleiben. Das Ganze ist erstaunlicherweise gar nicht überlaufen. Die Wohnmobile stehen in wenigstens hundert Meter Entfernung, niemand stört den anderen. Weiter oben ist zwar ein Flüchtlingsheim, aber der Polizeiposten ist mitten drin und sehr präsent, wir fühlen uns sicher. Dürres Holz gibt es auch genug und so wird die Zeit mit Grillen, mit Baden im warmen Schwefelwasser, mit Lesen, Sonnenbaden und Fahrradausflügen in die Umgebung verbracht.

Eine neue Baumart, die keiner von uns kannte

Auf einer solchen Fahrradtour entdecken wir eine Plantage mit Bäumen, die keiner von uns kennt. Die Früchte ähneln Kaffebohnen. Beim Zusammendrücken bricht die fleischige Hülle auseinander und gibt eine Pistazie frei. Ich dachte immer, Pistazien wachsen auf einer Art Strauch. Aber das hier sind richtige Bäume.

Pistazienplantage

Pistazienplantage

Pistazienfrucht

Pistazienfrucht

Es hängen relativ wenige “Kaffebohnen” am Baum. Ist er eventuell schon abgeerntet und nur ein paar wenige Früchte blieben übrig? Die Frage konnten wir nicht klären, die Gegend ist menschenleer. Vielleicht weisst Du es und klärst uns in einem Kommentar auf.

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