Mykene, die Stadt des Pelops und Agamemnons


Wir bekommen Besuch

Regina, Hadys Freundin, wird für einige Tage zu Besuch kommen. Sie kommt in Athen an und fliegt zurück von Kalamata weiter unten im Süden. So kann sie ein wenig an unserer Reise teilnehmen und das angenehme Klima geniessen. Wir ändern wir unsere Richtung von Süden nach Nord-Osten Richtung Athen, wo sie Hady abholen wird und besuchen vorher noch Mykene, das Zentrum vieler griechischer Mythen. Die beruhen auf Ereignissen, die ca. 1700 bis 1400 Jahre vor Christus geschehen sind

Quer über die Peleponnes

Wir durchqueren typisch griechische Landschaften. Steile Bergrücken hoch, auf der anderen Seite wieder runter, gewundene Strassen, die den Bergrücken abgerungen sind. Kalkfelsen überall, spärlicher Bewuchs und immer wieder phänomenale Aussichten in die Täler.

Von Messini nach Mykene

Von Messini nach Mykene

Von Messini nach Mykene

Von Messini nach Mykene

Von Messini nach Mykene

Von Messini nach Mykene

Von Messini nach Mykene

Von Messini nach Mykene

 

Die Festung Mykene

Und dann liegt Mykene vor uns, eine Festung und Hauptstadt, die tausend Jahre vor Athen, Sparta oder Korinth das Land beherrschte und deren Geschichte in den griechischen Mythen weiterlebt. Mykene liegt auf einer Felskuppe mit steilen Wänden auf allen Seiten, die ausserdem noch durch massive Mauern aus enormen Steinen befestigt sind. Im Gegensatz zu Messini oder Olympia ist Mykene gar nicht weitläufig. Mykene ist eine dichtgedrängte, bedrückende Festung. Und die Mythen, die sich um Mykene ranken sind noch bedrückender.

Mykene

Mykene

Die Ilias erzählt einen Teil der Geschichte und lange glaubte man in der gelehrten Welt, dass die Ilias eine freie Erfindung Homers sei. Nur einer glaubte ihm, Heinrich Schliemann. Er nahm Hacke und Spaten und grub Troja in der vorderen Türkei und Mykene, das jetzt vor uns liegt, aus. Alleine in Mykene fand er in einem Rund, das als Friedhof diente, ca. 15 kg 24-karätigen Goldschmuck und -geräte, teilweise mit Motiven des minoischen Stiers. Vor allem aber fand er die Bestätigung, dass die Ilias echte Geschichte widergibt.

Viel ausser mächtigen Mauern ist von Mykene nicht übriggeblieben. Bei einem Alter von mehr als 3500 Jahren mit den entsprechenden Erdbeben auch nicht erstaunlich. Die bei den verschiedenen Stätten angebrachten Erklärungen erlauben, sich trotzdem ein Bild zu machen.

Mykene Rundgrab

Mykene Rundgrab

Mykene Rundgrab

Mykene Rundgrab

Haben die Mykener die minoische Kultur zerstört?

Da das Verschwinden der Minoischen Kultur auf Kreta mit dem Entstehen der Mykenischen Kultur auf der Peleponnes ungefähr zusammenfällt, vermuten einige Historiker, dass es die Mykener waren, die über Raubzüge nach Kreta die minoische Kultur zerstört haben.

Wir betreten die Festung durch das Löwentor und staunen über die gewaltigen Blöcke der Mauer. Diese Leute wussten schon, dass sie Decksteine nicht mittig belasten dürfen, sondern die Kräfte auf die beiden Seiten ableiten müssen. Mit dem Löwentor haben sie eine elegante Lösung gefunden: die eingesetzte Löwenskulptur, übrigens die älteste Bildhauerarbeit Europas, ist unten gewölbt, er sitzt nur auf den beiden Enden auf dem Querbalken. So hat er mehrere Erdbeben überstanden.

Mykene Löwentor

Mykene Löwentor

Mykene Löwentor

Mykene Löwentor

Die Mykener haben ausser dem, was wir in der Ilias lesen können, nicht viel ihrer Geschichte hinterlassen. Die Mythen erzählen, dass Mykene um 1700 vor Christus von Perseus, dem Sohn von Zeus und Danae, gegründet wurde. Seine Nachkommen, die Perseiden, wurden von Pelops und seinen Nachkommen, den Pelopiden, verdrängt. Pelops sind wir schon einmal in Olympia begegnet, dort ist sein Mythos im einem Fries des Ostgiebels des Apollotempels nacherzählt.

Der Palast der Herrschers stand auf der höchsten Erhebung des Felsens. Es ist kaum noch was davon zu erkennen. Aber die phantastische Aussicht auf die fruchtbare Ebene und das Meer im Hintergrund hat sicher damals schon beeindruckt.

Mykene Blick ins Tal

Mykene Blick ins Tal

Ein beeindruckender Blick in die Tiefe

Auf der der Aussicht entgegengesetzten Seite der Felskuppe lagen das Handwerkerviertel und die Wasserversorgung. Vom Handwerkerviertel sieht man auch nicht mehr viel ausser Fundamentreste, anhand derer man die recht kleinen und verschachtelten Räume erkennen kann. Werkzeuge und Abfälle erlauben sogar, ungefähr zu sagen, welche Berufsgruppe wo gearbeitet hat.

Imposant hingegen ist die Wasserversorgung. Durch einen schmalen Eingang eine steile Treppe hinunter gelangt man ein Stück weit in die “Unterwelt”, die so massiv gegen aussen geschützt ist, dass kein Feind und auch kein Erdbeben die Wasserversorung unterbrechen konnte.

Mykene Eingang Zisterne

Mykene Eingang Zisterne

Mykene ganz unten in Zisterne

Mykene ganz unten in Zisterne

Das Museum zeigt Fundstücke

In dem kleinen Museum der Festung sind Fundstücke ausgestellt und Kopien des Goldschatzes, die Originale liegen im Museum in Athen. Es ist erstaunlich, in welcher Präzision die Goldschmiede, aber auch die Töpfer ihre Arbeiten gefertigt haben. Die Puppen aus Keramik, die vermutlich Votivgaben sind, mit bewglichen Beinen sind doch wirklich erstaunlich.

Mykene Museum Schliemanns Goldfund

Mykene Museum Schliemanns Goldfund

Mykene Museum Votivfiguren

Mykene Museum Votivfiguren

Das Schatzhaus des Atreus

Ausserhalb der Burg, auf der anderen Seite der dahin führenden Strasse, befindet sich ein in den Hügel hineinführendes Gebäude, von dem man nicht weiss, zu was es diente. Es sieht aus wie ein Hügelgrab, jedoch war es nie verschlossen, sondern es führt ein offener und massiver Gang ins Innere. Das Innere besteht aber aus einem Rundbau aus enormen Steinblöcken wie in Mykene selbst von ca. 20 Metern Durchmesser. Seine Kuppel ist so aufgeschichtet, dass eine perfekte Akustik erreicht wurde. Vielleicht wurden hier Gottesdienste abgehalten, die Gesänge der Priester müssen prachtvoll geklungen haben. Es wird heute “Schatzhaus des Atreus”, aber auch als “Agamemnons Grab” bezeichnet, aber man ist sich fast sicher, dass beide Bezeichnungen falsch sind.

Schatzhaus des Atreus oder Agamemmnons Grab

Schatzhaus des Atreus oder Agamemmnons Grab

Schatzhaus des Atreus oder Agamemmnons Grab

Schatzhaus des Atreus oder Agamemmnons Grab

Es ist Nachmittag, die Beine sind schwer. Jetzt ein paar Ruhetage einschalten und einen Platz suchen, wo wir Regina empfangen werden. Wir entscheiden uns für den landschaftlich sehr schön gelegenen Limni-Vouliagmenis. Obwohl “Limni” “See” heisst, ist es ein Salzwassersee, denn es ist nur eine grössere Meeresbucht, die mit dem Mittelmeer über eine schmale Öffnung verbunden ist, in der das Wasser einmal von rechts nach links und sechs Stunden später von links nach rechts fliesst. Es gibt also doch eine kleine Tidenbewegung im Mittelmeer.

Einige Tage am Limni See

Einige Tage am Limni See

Einige Tage am Limni See

Einige Tage am Limni See

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