Das archäologische Museum Palermo


Luftlinie zum Museum

In Selinunte hatte ich oft einen Hinweis gesehen, dass sich das Original im Archäologischen Museum in Palermo befinde. Also war dies heute mein Ziel. Diesmal ging ich nicht Umwege auf breiten Strassen, sondern möglichst Luftlinie. Dabei kam ich durch einige düstere Viertel und Nebensträsschen. Aber auch dort fühlte ich nie, dass es gefährlich sein könnte.

Palermo Seitengasse

Palermo Seitengasse

Etwas grenzwertig für ein Fahrzeug mit 2,3 Metern Breite

Etwas grenzwertig für ein Fahrzeug mit 2,3 Metern Breite

Ein ehemaliges Kloster

Das Museum ist in einem wunderschönen ehemaligen Kloster untergebracht mit drei Innenhöfen. Leider ist nur das Erdgeschoss geöffnet, Stockwerk 1 und Stockwerk 2 befinden sich im Umbau. Bis wann? Frage ich. Ende nächstes Jahr.

Archäologisches Museum, Innenhof

Archäologisches Museum, Innenhof

Archäologisches Museum, Innenhof 2

Archäologisches Museum, Innenhof 2

Das erste Ausstellungsstück ist nicht aus Marmor, wie in der Antike üblich, sondern aus Bronze, gegossen um das Jahr 300 vor Christus in Syrakus. Eine Sensation, es gibt kein zweites Beispiel so hoher Giesskunst aus dieser Zeit.

Palermo bronzener Schafsbock

Palermo bronzener Schafsbock

Friedrich II begegnet mir immer wieder

Es gibt eine lange Erklärung über ihren Weg, der schliesslich hier in das Museum führte. Dabei wird auch der “Imperatore Svevo”, also der schwäbische Kaiser Friedrich II erwähnt, der die Bronze an die Eingangspforte einer seiner Festungen aufstellen liess.

Die Originale aus Selinunte

Danach folgen Statuen, wie die des überlebensgrossen Zeus, die in den Trümmern von Selinunte gefunden wurde, oder die berührende Grabplatte eines kleinen Jungen, der gemäss der Inschrift am unteren Ende der Platte Philokrates hiess.

Palermo Zeus von Seliunto

Palermo Zeus von Seliunto

Palermo Philokrates' Grabplatte

Palermo Philokrates' Grabplatte

Goldschmuck und Keramik, hier zwei Öllämpchen in Form einer Maus, eine Badewanne in Form eines Schuhs für Kinder, mit den Originalfarben bemalte Tempelfriese aus Selinunte.

Palermo Goldschmuck

Palermo Goldschmuck

Palermo Museum Töpferwaren

Palermo Museum Töpferwaren

Palermo Museum Badewanne

Palermo Museum Badewanne

Palermo Museum Originalfries von Selinunte

Palermo Museum Originalfries von Selinunte

 

Dann der Saal mit Originalfriesen eines der Selinunte-Tempel. Einer davon zeigt von links nach rechts Apollo auf einer Quadriga, dann Perseus, der die Medusa im Beisein von Athena köpft, worauf Pegasus geboren wird und Herakles, der zwei gefangene Verbrecher, die Cercopen, kopfüber hängend, herbeibringt.

Der Saal ist gefüllt mit Szenen aus der griechischen Mythologie. Auch Fundstücke aus der punischen Zeit finden sich hier. Die Karthager hatten 409 vor Christus Selinunte eingenommen, aber nur vier Jahre später erlaubten die Karthager den Bewohnern, zurückzukommen, falls sie unter punischem Recht leben wollten.

Auch in der Antike gab es Beamte und Buchhalter

Ein höchst interessanter Saal gibt einen Einblick in die Verwaltung einer Siedlung. Dinge, die man sonst in Museen selten sieht. Es gab Beamte, die Einwohnerregister führten, Buchhalter, die die Getreidevorräte kontrollierten, Protokollführer, die die ankommenden und gehenden Geschäftsleute protokollierten und Steuern für die getätigten Geschäfte erhoben. Es gab eine Stadtplanung und ein Eigentumsregister sowie Richter und Juristen, die Verhandlungen führten. Ausserdem Regeln für Masse und Gewichte und amtliche Siegel, mit denen Behälter verschlossen wurden. Wenn man diese Stücke sieht, werden die 3500 Jahre recht gegenwärtig.

Sprachenwirrwarr und eine Vielzahl von Schriften

Dabei hatten diese Leute fast schwerer als heute, denn es gab nicht nur ein Sprachenwirrwar, sondern dazu noch eine Vielzahl von Schriften.

Die Urbevölkerung Siziliens, die Sicelen und die Elyminianen hatten ihre Schrift, dann kam die phönizische und die griechische Schrift hinzu. Dazu wurden Dokumente in ägytischer, etruskischer und natürlich mit den Römern in lateinischer Schrift gefunden.

Erschöpft von all dem Gesehenen komme ich am Abend zum Auto zurück, das mich unversehrt empfängt.

Morgen werde ich mir das grösste Schmuckstück Palermos ansehen, das Königsschloss und seine Kapelle. Es gibt Touristen, die nur um dieses zu sehen hierher kommen.

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