Palermo und sein aussergewöhnlicher Königspalast


Palermo mit Arabern, Normannen, Schwaben und Aragonesen

Heute ist ein Kleinod auf der Besichtigungsliste, der Königspalast und seine Kapelle. Der Königspalast liegt ganz im Süden der Stadt, etwa 30 Minuten Fussmarsch. Er stammt aus dem 11. Jahrhundert. Es war einmal ein islamisches Castrum und wurde von den Normannen und Schwaben ihren Bedürfnissen angepasst. Da Friedrich II Constanze von Aragon heiratete, sind auch die zum Schluss noch involviert. Das Schloss steht etwas schmucklos in einem Park und verrät nichts von seinem Inneren.

Palermo Königsschloss-Parlament

Palermo Königsschloss-Parlament

Palermo Königsschloss-Parlament

Palermo Königsschloss-Parlament

Der jetzige Benutzer ist das Parlament

Im Königspalast sitzt heute das Parlament. Wenn das Parlament tagt, kann man den Palast nicht besichtigen. Heute ist genau so ein Tag. Also bleibt “nur” die Kapelle. Über eine Prunktreppe gigantischen Ausmasses betritt man die erste Etage eines Innenhofes, wo man über Führungsbänder in die Kapelle geleitet wird.

Palermo Königsschloss Prunktreppe

Palermo Königsschloss Prunktreppe

Palermo Königsschloss Innenhof

Palermo Königsschloss Innenhof

Die Kapelle erschlägt mich wie Monreale es tat

Die Kapelle wurde 1130 von Roger II in Auftrag gegeben und 1140 fertiggestellt. Bis allerdings die Mosaiken alle fertiggestellt waren, war das Jahr 1166 eingetreten. Ein ungeheurer Aufwand. Und dann stehe ich in ihr. Es verschlägt den Atem. Die gleiche Technik wie in Monreale, aber in einer privaten Königskapelle.

Palermo Königsschloss Kapelle

Palermo Königsschloss Kapelle

Auch hier werden Geschichten aus der Bibel erzählt, in prächtigen Bildern, für die man wirklich Zeit braucht, um sie alle zu interpretieren.

Palermo Königsschloss Kapelle1

Palermo Königsschloss Kapelle1

Palermo Königsschloss Kapelle2

Palermo Königsschloss Kapelle2

Arabesken sind Teil des normannisch-arabischen Stils

Die Decke ist fast einer Tropfsteinhöhle nachempfunden, dies ist typisch moslemische Kunst und fügt sich hier sehr schön ein.

Palermo Decke Kapelle

Palermo Decke Kapelle

Christus wie in Cefalu und Monreale

Christus wie in Cefalu und Monreale

Wie harmonisch die Kulturen miteinander gelebt haben müssen, kann man an einer Inschrift ableiten, die in lateinisch, griechisch und arabisch angebracht ist. Wie wohl sich der letzte Herrscher dieser Dynastie, Friedrich II, in Sizilien wohlgefühlt hat, zeigt ein Ausspruch von ihm, der hier auf italienisch und englisch übersetzt ist.

Frederico II 3 Sprachen

Frederico II 3 Sprachen

Palermo Friedrich II

Palermo Friedrich II

San Gionvanni degli Eremiti

Zurück durch den Park und drei Strassenecken weiter steht ein weiteres Beispiel, wie in normannischen Bauwerken islamische Elemente Eingang gefunden haben. San Gionvanni degli Eremiti ist ein Kloster von 1132, das um eine Moschee aus ungefähr 900 nach Christus gebaut wurde und Elemente davon integriert hat.

Palermo San Giovanni degli Eremiti

Palermo San Giovanni degli Eremiti

Palermos Kathedrale

Auch nur ein paar Schritte zurück Richtung Zentrum liegt die Kathedrale, die teilweise auf der alten punisch-römischen Stadtmauer, die die erste phönizische Siedlung umschloss, aufgerichtet wurde. Die hübsche Fassade mit islamischen Motiven und Lavainserts stammt noch original aus dem 12. Jahrhundert. Die Katehdrale hat also das grosse Erdbeben, in dessen Folge der Barock in Sizilien Einzug hielt, überstanden.

Kathedreale islamische Dekoration

Kathedreale islamische Dekoration

Palermo Kathedreale

Palermo Kathedreale

Gerade am Eingang kann man diesen islamischen Einfluss schöne beobachten. Girlanden und geometrische Elemente überschlagen sich fast.

Palermo Kathedrale Eingang

Palermo Kathedrale Eingang

Kathedrealeingang Detail

Kathedrealeingang Detail

Im Innern allerdings herrscht Christliches vor. Das Mittelschiff ist grossartig mit Heiligenfiguren und einer eindrucksvollen Kasettendecke geschmückt. In den Seitenschiffen haben sogar byzantinische Lichtkuppeln Einzug gehalten.

Figuren und Kasettendecke

Figuren und Kasettendecke

Palermo Kathedreale byzantinische Kuppeln

Palermo Kathedreale byzantinische Kuppeln

Die Via Vittorio Emmanuele

Auf dem Rückweg schlendere ich die Via Vittorio Emmanuele zurück Richtung Hafen. Während der Corso Vittorio Emmanuele in anderen Städten meist eine breite, verkehrsreiche Pracht-Strasse ist, ist die Via in Palermo eher schmal und angenehmerweise als Fussgängerzone deklariert. Nur an den Kreuzungen merkt man, dass es eine Prachtstrasse sein soll.

Palermo Via Vittorio Emanuele

Palermo Via Vittorio Emanuele

Brunnen Via Vittorio Emanuele

Brunnen Via Vittorio Emanuele

Das muss man sich im Detail anschauen. Leider zog gerde ein Regenschauer durch, der die Pracht in unvorteilhaftes Licht rückte. Nicht nur überströmender Barock, zusätzlich an jeder der vier Hauswände noch ein Brunnen, jeder anders als der andere.

Palermo Kreuzung

Palermo Kreuzung

Palermo Kreuzung Via Vittorio Emanuele

Palermo Kreuzung Via Vittorio Emanuele

Palermo entdeckt man nicht in drei Tagen

Das war nur ein ganz kleiner Rundgang durch Palermo. Palermo hat noch viel mehr zu bieten, wie z.B. die Kirche San Domenico. Aber irgendwann erlahmt die Aufnahmefähigkeit und ich gehe zurück zum Hafen, wo die Fähre nach Sardinien auf mich wartet. Nicht diese hier, meine geht nach Cagliari. Aber diese hier erinnert drann, dass man in besseren Zeiten von hier aus auch nach Tunesien könnte. Mit einem Tunesier, der mit dieser Fähre ankam und weiter nach Cagliari fuhr habe ich gesprochen. Er meinte, zur Zeit sei es zu gefährlich, mit einem WoMo dort unterwegs zu sein.

Kirche San Domenico

Kirche San Domenico

Tunesia Ferries

Tunesia Ferries

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