Reisebericht: Lehren aus einem WoMo-Einbruch


Ich springe nur schnell zum Bäcker, wer denkt da an einen WoMo-Einbruch?

Ich will nur schnell ein Brot beim Bäcker kaufen, das dauert keine zehn Minuten. Meine Bauchtasche, in der ich sämtliche Dokumente, Pass, Führerschein usw. mit mir trage, wenn ich das WoMo verlasse, lasse ich im Auto. Nur zehn Minuten, in der kurzen Zeit dürfte doch kein WoMo-Einbruch passieren. Denkste.

Als ich zurück komme, kann ich die Aufbautüre nicht aufschliessen. Der Schlüssel geht nicht ins Schloss. Irgendwas scheint drin zu stecken. Dann bewegt sich die Tür. Huch, die ist ja offen!! Hab ich vergessen, sie abzuschliessen?

Böse Überraschung

Nein, ich habs nicht vergessen, denn meine Bauchtasche und ein weiterer kleiner Rucksack ist weg. Der Rucksack hing an einer Stange. Die Stange hängt jetzt seltsam schräg von der Wand herunter.

Ich hatte also Besuch von einem Einbrecher. Einen WoMo-Einbruch. Die Bauchtasche lag nur auf der Sitzbank, die hat er sich gegriffen, ohne Schaden anzurichten. Den Rucksack hingegen wollte er nicht lange aus der Stange fieseln, das hätte ihm zu lange gedauert. Also hat er ihn mit roher Gewalt abgerissen. Die Rucksackriemen erwiesen sich stärker als die Stange, also gab die Stange nach und brach aus der Holzverschraubung.

Keine Einbruchsspuren

Jetzt schaue ich mir die Aufbautüre näher an. Keinerlei Einbruchsspuren. Nur das Schloss ist mittig auffällig etwa fünf Millimeter eingedrückt und der Schlüsselschlitz zeigt obere Kante nach rechts.

Und so habe ich die Technik des Einbrechers rekonstruiert: einen flachen Gegenstand wie z.B. einen Schraubendreher Nr. 5, besser Nr. 6 auf den Schlitz des Schlosses setzen wie man auch den Schlüssel einsteckt, dann mit einem scharfen Schlag mit z.B. einem Fäustel 500 gr den Schraubendreher in den Schlüsselschlitz treiben und nun den Schliesszylinder mit roher Gewalt nach rechts drehen. Voilà, die Tür ist offen.

Das dauert keine fünf Sekunden. Dann schnell rein, Taschen, Rucksäcke etc. greifen und wieder raus. Nach nicht einmal zwei Minuten ist der neureiche Einbrecher weg.

Vorläufige Sicherung der Tür

Bis ein neuer Schliesszylinder eintrifft, habe ich eines dieser Schiebeschlösser von Thule montiert. Die werden auf die Karosserie aufgeschraubt/geklebt. Zum Schliessen wird ein massiver Schieber über die Türe geschoben, was das Öffnen der Türe verhindert.

Zusatzschloss nach WoMo-Einbruch

Zusatzschloss nach WoMo-Einbruch

So, jetzt ist wenigstens meine Türe provisorisch wieder abschliessbar. Diese Schiebeschlösser habe ich schon bei einigen WoMos montiert gesehen. Sie sollen für zusätzliche Sicherheit sorgen. Nachteil: ab jetzt hantiere ich mit zwei Schlüsseln, einem für das Thuleschloss und einem für die Originaltüre.

Scheinbare Sicherheit

Dann habe ich mir den Schliesszylinder des Thuleschlosses mal genauer angesehen. Und Überraschung: der Schliesszylinder ist genau der gleiche wie der der Aufbautüre. Mit anderen Worten, der Einbrecher braucht bei einer so gesicherten Türe mit der gleichen Technik nicht fünf, sondern zweimal fünf, gleich ganze zehn Sekunden!! Das reicht ihm immer noch dicke, innerhalb eines zehn-minütigen Einkaufs ans Ziel seiner Wünsche zu kommen.

Tupfgenaue Schliesszylinder

Tupfgenaue Schliesszylinder

Mir wird klar, einen solchen Einbruch kann man kaum verhindern. Die in WoMos verbauten Schliesszylinder sind offensichtlich nicht gehärtet. Ich gehe in Zukunft davon aus, dass mein WoMo offen in der Gegend rumsteht. Was also tun, um den Verlust so klein wie möglich zu halten?

Aus Schaden wird man klug

Ich werde in Zukunft meine Bauchtasche mit den Papieren etc. immer mitnehmen, denn die Ersatzbeschaffung eines Passes, eines Führerscheins, eines Fahrzeugscheins und weiterer solcher Dokumente ist mit einem Riesenaufwand verbunden. Auch wenn ich nur für zwei Minuten das Fahrzeug verlasse, ab jetzt nehme ich sie immer mit.

Ausserdem habe ich mir einen kleinen, billigen Rucksack besorgt, ihn mit Papier ausgestopft und ihm mit ein paar Steinen etwas Gewicht verliehen. Ihn nicht zu offensichtlich irgendwo verstaut, aber doch so, dass er gut gefunden werden kann. Zumindest bei einem rasch-rein-und-rasch-wieder-raus-Einbruch wird der Täter hoffentlich sich nicht noch weiter umschauen und mit seiner Beute schnell verschwinden.

Gibt es nicht noch andere Möglichkeiten?

Aber den Einbrecher am Eindringen zu hindern, das müsste doch möglich sein. Sei es mechanisch, sei es durch eine richtig laute Alarmsirene über einen Bewegungsmelder oder Schalter, die losheult, so bald sich die Türe bewegt. Nicht über die Hupe, ob der vielen Fehlalarme schaut ja kein Mensch mehr hin. Es muss so schrill und laut sein, dass der Einbrecher richtig Panik bekommt. Ich werde mich jetzt mal schlau machen und mich dann wieder melden.

Ich würde mich zudem freuen, von Dir zu hören, ob Du ähnliche Erlebnisse hattest und vor allen Dingen, welchen Lösungsansätzen Du gefolgt bist.

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