Über Bolnuevo nach Malaga Flughafen


Erst morgen weiter nach Bolnuevo

Es war schon zu spät, um noch weiter zu fahren. Carla will nach Bolnuevo, um Peter MYK und ein paar Andere aus dem Forum, die ich noch nicht kenne, zu besuchen. Also einigen wir uns, bei El Pinet am Strand zu übernachten.

Es ist ein grosser Platz mit einem Riesenschild “Campingverbot”. Aber durch das Pinienwäldchen sehe ich etwa vierzig WoMos dort stehen und gerade fährt eine Polizeistreife durch. Sie kuckt sich das an und fährt weg. Es ist halt wie immer: das Schild gilt für die Hochsaison, damit die Einheimischen auch noch einen Parkplatz am Meer finden. Ausserhalb der Saison wird man geduldet, sofern man sich anständig benimmt.

Zu Nass zum Grillen. Kommt nicht so häufig vor.

Bis Carla nachkommt, sie muss ja noch ihr Auto einräumen, gehe ich im Wald um Holz zu sammeln für ein Barbequeue. Verlorene Liebesmühe, das Holz ist nass. Aber mir fallen Fettpflanzen auf, die ganz andere Blüten haben, als in Südfrankreich. Diese sind in einer einzigen, etwas stumpfen Farbe glockenförmig an hohen Stängeln, die, die in Südfrankreich ganz unten auf der Pflanze wachsen, blühen in den schönsten Farben violett, gelb und rosa.

Blühende Fettpflanzen

Blühende Fettpflanzen

Auf nach Bolnuevo

Am nächsten Morgen auf nach Bolnuevo. Ich geniesse die Autovia, auf der man nach den üblen Strassen in Griechenland und Italien fast auf einem Luftkissen gleitet. Der Verkehr ist nicht dicht, Carla folgt mir in gebührendem Abstand. Man kann also mit hoher Geschwindigkeit fahren und trotzdem die wilde Landschaft geniessen, die an einem vorbeizieht.

Von El Pinet nach Bolnuevo bei Mazarron sind es etwa 250 km. Wir kommen etwa 15.30 Uhr an und stellen erstmal auf dem grossen Parkplatz vor dem Campingelände ab . . .

Bolnuevo auf Parkplatz vor Camping

Bolnuevo auf Parkplatz vor Camping

. . . suchen dann Carla’s Bekannte. Der Platz ist riesig, die Wohnmobile stehen dicht an dicht. In einer der Strassen ist eine lange Tischreihe aufgebaut und eine fröhliche Gesellschaft feiert offenbar einen Geburtstag.

Bolnuevo grosse Geburtstagsfeier

Bolnuevo grosse Geburtstagsfeier

Wir finden auch Peter’s Wohnmobil, aber es ist niemand da. Die Nachbarn klären uns auf, dass beide eine Tour im Umland machen.

Ein Fischerwettstreit

Bolnuevo ist neben Torre la Sal offenbar der beliebteste Überwinterungsplatz bei den Solisten. Er ist auch sehr schön gelegen, direkt am Meer. Am Strand ist reges Treiben, alle ca. 100 m ist ein Schild mit einer Nummer eingesteckt, fast wie ein Claim. Davor ein Fischer mit generell meist umfangreicher und kostspieliger Ausrüstung. “Una pregunta señor, was ist das hier?” “Ein Fischerwettstreit”, kommt es zurück.

Bolnuevo Fischerwettstreit

Bolnuevo Fischerwettstreit

Wenn ich so in die Eimer schaue vermute ich, dass derjenige gewinnt, der wenigstens ein Fischlein rausgezogen hat.

Zurück zum Campingplatz und da treffen wir Peter mit seiner Frau. Sie ist gerade mit dem Flugzeug nachgekommen und bleibt nur ein paar Tage. Carla weiss nicht recht, ob sie hierbleiben soll oder zurück nach Alicante, denn sie hat noch Anspruch auf eine weitere Woche Spanischkurs. Der Campingplatz ist voll besetzt mit Warteliste. Nun ja, Carla wird sich morgen früh erkundigen oder eventuell nur bis Mittwoch bleiben, denn Mittwoch ist Stammtisch der Bolnuevo-Solisten.

Almeria nächster Halt und sportliche Aussicht

Zurück zum Parkplatz, wir geniessen noch eine Raclette zusammen und am nächsten Morgen breche ich auf. Die Autovia bringt mich schnell nach Almeria, wo ich unter Palmen in Gesellschaft weiterer Nomaden die Nacht verbringe. Es ist regenerisch und recht windig. Das freut die Kitesurfer, die direkt vor meiner Windschutzscheibe im Geschwindigkeitsrausch ihre Sprünge vollbringen. Es ist ein Vergnügen, ihnen zuzusehen.

Laue Lüftchen lassen Frühling ahnen

Ab jetzt geht es nur noch nach Westen. Heute wunderbares Wetter, kein Wind mehr, die Sonne scheint stark durch die Windschutzscheibe. Die Sierra Nevada grüsst mit weissen Schneekappen und wenig später komme ich an Motril vorbei.

Santo Domingo und Sierra Nevada

Santo Domingo und Sierra Nevada

Motril

Motril

Von Motril nach Melilla, eine Alternative zu Algeciras

Auf dem Navi sehe ich, dass von Motril Fähren weggehen. Wohin denn? Das will ich abklären, man kann nie wissen. Eine fährt nach Melilla, der spanischen Enklave in Marokko. Die Überfahrt mit einem Wohnmobil kostet ca. €180,00, Hin- und Zurück ca. €235,00. Nach Tanger fährt auch eine, aber den Preis habe ich nicht gefragt, da ist die Überfahrt von Algeciras sicher geschickter.

Nerja kurz vor Malaga

Mein Navi zeigt mir den nächsten Übernachtungsplatz in Nerja an, dort wo ich letztes Jahr die Höhle erkundet habe. Die Höhle wurde erst 1959 (wieder)entdeckt, denn es befinden sich neben spektakulären Tropfsteinen auch zahlreiche Höhlenmalereien darin. Man vermutet, dass es sogar Neandertalmalereien sind, denn sie werden auf 42’000 Jahre alt geschätzt.

Bisher wurden drei Hohlräume entdeckt, nur der erste (gelbe) ist für das Publikum geöffnet. Aber dieser Raum ist schon so gross, dass regelmässig Sinfoniekonzerte darin veranstaltet werden.

Höhlenbeschreibung Nerja

Höhlenbeschreibung Nerja

Der Höhleneingang für die Besucher wurde neu gegraben, damit ein einfacher Zugang über Treppen möglich ist. Die Anlage darum ist wunderschön in die Landschaft eingebettet. Einen Kaffee zur Stärkung nach dem anstrengenden Besuch der Höhle im Kaffe mit phantastischer Aussicht ist ein Hochgenuss.

Höhleneingang links

Höhleneingang links

Cafe rechts bei Höhle Nerja

Cafe rechts bei Höhle Nerja

Auf dem Parkplatz in Nerja, der von der Gemeinde für Wohnmobilisten zur Verfügung gestellt wird, übernachte ich in Gesellschaft auffallend vieler Schweden, ein paar Engländern und Franzosen. Macht Nerja vor allem in Skandinavien Werbung für die Höhle?

Malaga Endstation. Hier bin ich wieder nach 42 Tagen

Am nächsten Morgen auf zur letzten Etappe. Nach Malaga zum SP-Parking, dort, wo ich vor Monaten schon einen Einstellplatz fürs WoMo reserviert habe. Denn es ist nicht sicher, dass man für ein sieben Meter Fahrzeug einen Platz bekommt, wenn man kurzfristig hereinschneit.

SP-Parking Malaga

SP-Parking Malaga

SP-Parking Malaga

SP-Parking Malaga

Es gibt ein halbes Dutzend solcher bewachten Parkplätze am Flughafen Malaga. Diese Konkurrenz bewirkt günstige Tarife. Ich zahle für die 42 Tage, die ich in Mittelamerika unterwegs bin, €148.00. Da kann man nicht meckern.

Ich habe mich gerade angemeldet. Schlafen auf dem Gelände darf ich nicht, aber ich bin registriert. Ich soll morgen früh um 04.30 Uhr vorfahren, man wird mir den Platz anweisen und mich dann zum Flugplatz bringen. Die Nacht werde ich auf dem Decathlon-Parkplatz keine 100 Meter davon entfernt, verbringen.

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